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Mongolei – Eine Heilreise zu den Schamanen - August 2025

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Die heilsame Stille der Steppe


In der Mongolei misst man die Welt nicht in Kilometern, sondern in Weite. Wenn man hier steht, wo der grüne Ozean der Steppe den ewigen blauen Himmel berührt, passiert etwas mit dem Herzen. Der Lärm der Gedanken wird leiser.

Diese Landschaft verlangt nichts von dir, sie ist einfach da. In ihrer endlosen Leere findet die Seele den Raum, den sie braucht, um wieder ganz zu werden. Der Wind scheint hier nicht nur über das Gras zu wehen, sondern direkt durch einen hindurch – er nimmt alles Alte und Schwere mit sich fort und schafft Platz für Neues. Es ist eine Weite, die heilt.



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Autobahn

Und die Richtung...

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Inseln der Zivilisation: Die Sum-Zentren


Stundenlang fährt man durch die menschenleere Unendlichkeit der Steppe, und plötzlich taucht sie auf: eine Siedlung. In der Mongolei nennt man diese Orte „Sum“ (Distriktzentrum) oder Provinzhauptstadt.

Es ist ein faszinierender Anblick. Diese Orte wirken wie Inseln im Ozean aus Gras. Was sofort auffällt, sind die hohen Holzzäune („Hashaa“), die jedes Grundstück umgeben. Blickt man darüber, sieht man eine einzigartige Mischung: Oft steht dort ein kleines Holzhaus direkt neben einer weißen Jurte. Altes und Neues, Sesshaftigkeit und Nomadentum existieren hier Seite an Seite im selben Hof.

Es gibt keine engen Gassen wie in Europa, sondern breite, offene Schotterstraßen. Diese Orte sind die Ankerpunkte für die Nomaden der Umgebung – Orte des Handels, der Begegnung und des Austauschs, bevor sich wieder jeder in die Weite verstreut.



Das Gebet der Steine (Ovoo)


Inmitten der unendlichen Weite trifft man plötzlich auf Zeichen menschlicher Hoffnung: die Ovoos. Es sind einfache Steinhaufen, die gen Himmel ragen, geschmückt mit blauen Tüchern („Khadags“), die im Wind flattern wie stumme Gebete.

Ein alter Brauch besagt, dass man nicht einfach vorübergehen darf. Man hält inne, umrundet den Ovoo dreimal im Kreis der Sonne und legt seinen eigenen Stein dazu. In diesem Moment der Stille, wenn der Stein die anderen berührt, übergibt man seine Wünsche dem Wind. Es ist ein heiliger Tausch: Man lässt eine Last hier und nimmt dafür den Segen der Reise mit. Hier, an diesem Ort der Kraft, spürt man, dass man niemals wirklich allein unterwegs ist.


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Das Ger: Ein rundes Zuhause ohne Ecken


Wer denkt, eine Jurte sei nur ein Zelt, hat noch nie eine Nacht darin verbracht. Für die Nomaden ist das „Ger“ ein vollwertiges Haus – stabil, warm und voller Seele.

Sobald man die niedrige Holztür durchschreitet, lässt man den Wind der Steppe hinter sich und taucht in eine Atmosphäre purer Geborgenheit ein. Die dicken Filzwände halten die Welt draußen, und die runde Form sorgt dafür, dass man sich sofort beschützt fühlt. Es gibt keine kalten Ecken, alles fließt.

Wenn in der Mitte der Ofen knistert und der Duft von gesalzenem Milchtee den Raum erfüllt, wird dieser einfache Ort zum gemütlichsten Zuhause der Welt. Man schläft hier nicht „im Freien“, man schläft im Herzen der mongolischen Kultur.


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Die letzten echten Wildpferde der Erde


Was wir hier vor uns sahen, war nicht einfach nur eine Pferdeherde, sondern ein lebendiges Stück Geschichte. Das Przewalski-Pferd, in der Mongolei „Takhi“ genannt, gilt wissenschaftlich als das einzige wahre Wildpferd, das heute noch existiert. Im Gegensatz zu Mustangs oder anderen verwilderten Rassen wurde das Takhi in seiner gesamten Evolution niemals vom Menschen domestiziert.

In den 1960er Jahren waren diese Tiere in freier Wildbahn bereits vollständig ausgestorben. Nur durch ein aufwendiges Zuchtprogramm in Zoos und die spätere Wiederansiedlung konnte diese Art gerettet werden. Der Nationalpark, in dem wir standen, ist einer der wenigen Orte weltweit, wo dieses Wunder gelungen ist.

Um die scheuen Tiere nicht zu stören und ihre natürliche Lebensweise zu schützen, hielten wir großen Abstand. Durch ein Teleskop überbrückten wir die gut zwei Kilometer Distanz. Und dort sahen wir sie: Die letzten ihrer Art, die sich ihren Platz in der Freiheit zurückerobert haben. Ein Beweis dafür, dass Heilung und Rückkehr möglich sind.


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Der Atem der Wüste und ihre sanften Riesen


Je weiter wir fuhren, desto mehr veränderte sich das Land. Das saftige Grün der Steppe wich goldenen Tönen, Sand und schroffen Felsen. Wir waren im Vorhof der Wüste Gobi angekommen. Es ist eine Landschaft, die keine Fehler verzeiht und doch wunderschön ist in ihrer kargen Ehrlichkeit.

Und dann tauchten sie auf, wie Fata Morganas am Horizont: die Kamele. Anders als ihre arabischen Verwandten tragen die mongolischen Kamele zwei Höcker und ein dichtes Fell, das sie vor den extremen Wintern schützt.

Wenn man neben diesen Tieren steht, überträgt sich ihre Gelassenheit sofort auf einen selbst. Sie wirken, als hätten sie alle Zeit der Welt. Mit ihren langsamen, bedächtigen Bewegungen und dem stoischen Blick scheinen sie die wahren Herrscher dieser Einöde zu sein. Sie lehrten mich in diesem Moment, dass man nicht rennen muss, um anzukommen. Es reicht, einen Schritt nach dem anderen zu setzen, beständig und voller Vertrauen.


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Reichtum ohne Zäune: Das lebendige Gold der Steppe


In unserer Welt liegt Reichtum oft starr auf Bankkonten oder ist in Immobilien zementiert. Hier in der Mongolei atmet der Reichtum, er blökt, wiehert und wandert. Der Status einer Familie bemisst sich an der Größe ihrer Herden – Schafe, Ziegen, Pferde, Yaks oder Kamele.

Für uns kaum vorstellbar: Es gibt keine Zäune. Die Tiere bewegen sich in völliger Freiheit durch die unendliche Landschaft. Man fährt stundenlang durch das Nichts, sieht eine riesige Herde, aber weit und breit keinen Menschen. Doch diese Tiere sind nicht herrenlos.

Sie gehören einer Familie, deren Jurte vielleicht 20 Kilometer entfernt steht – eine Distanz, die hier als "direkte Nachbarschaft" gilt. Die Nomaden kennen ihre Tiere genau, und die Tiere kennen ihr Revier. Es ist ein System, das auf uraltem Wissen, Orientierung und einem unsichtbaren Band zwischen Mensch und Tier beruht.



HEILUNG

Wer sind die Schamanen?


Die Brücke zwischen den Welten: Der mongolische Schamanismus

In der Mongolei ist die Welt nicht nur das, was wir sehen. Alles ist beseelt – die Berge, die Flüsse, der Himmel. Schamanen (männlich „Böö“, weiblich „Udgan“) sind keine Zauberer, sondern Mittler. Sie sind die Brücke zwischen unserer menschlichen Welt und der Welt der Ahnen und Geister.

Sie werden von den Geistern („Ongons“) auserwählt, oft durch eine schwere Krankheit („Schamanenkrankheit“), die sie zwingt, ihre Gabe anzunehmen. Ihr Wissen wird nicht aus Büchern gelernt, sondern direkt von den Ahnen übertragen. Sie dienen der Gemeinschaft, um Harmonie wiederherzustellen, Fragen zu beantworten und – am wichtigsten – um zu heilen.


Die Trance und die Trommel

Der Ritt auf der Trommel


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(Meine Trommel)


Ein schamanisches Ritual ist ein Angriff auf alle Sinne. Es beginnt oft mit dem Reinigen des Raumes durch den Rauch von Wacholder. Doch das wichtigste Werkzeug ist die Trommel. Sie ist das „Pferd“ des Schamanen. Wenn der rhythmische Schlag beginnt, tief und monoton, versetzt sich der Schamane in Trance. Er verlässt seinen Körper und reist in die Geisterwelt, oder er lädt einen Ahnengeist ein, in seinen Körper zu fahren. In diesem Zustand verändert sich der Mensch, den man eben noch kannte. Stimme, Haltung und Kraft sind plötzlich anders – es ist der „Ongon“, der spricht. Das schwere Kostüm mit seinen Spiegeln („Toli“) dient dabei als Rüstung: Die Spiegel sollen böse Energien abwehren und helfen, Dinge zu sehen, die anderen verborgen bleiben.


Die Heilung: Worum es wirklich geht


Heilung ist Gleichgewicht

Eine „Heilung“ bei einem Schamanen ist anders als ein Arztbesuch im Westen. Es geht selten nur um körperliche Symptome. Die Mongolen glauben, dass Krankheit entsteht, wenn das Gleichgewicht gestört ist – zwischen Mensch und Natur oder durch den Verlust von Seelenanteilen durch Schock oder Trauma. Das Ritual dient dazu, dieses Gleichgewicht wiederherzustellen. Der Schamane verhandelt mit den Geistern, reinigt die Aura („Energiemedizin“) oder holt verlorene Seelenanteile zurück. Die Heilung beginnt oft in dem Moment, in dem man sich dem Ritual hingibt, den Verstand ausschaltet und darauf vertraut, dass es Kräfte gibt, die größer sind als wir.


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Der Klang der Ahnen: Warum die Musik der Schamanen heilt


Es gibt Lieder, die hört man nicht mit den Ohren, sondern mit dem Herzen. Während meiner Rituale gab es eine Melodie, die immer wiederkehrte und mich tief im Innersten erschüttert hat: der Ruf nach „Samgaldai“.

In der mongolischen Tradition ist Samgaldai eine mächtige Ahnenmutter. Wenn die Schamanen ihren Namen singen, ist das kein einfaches Lied, sondern eine Anrufung. Der monotone, tiefe Rhythmus der Trommel wirkt dabei wie ein Schlüssel: Er öffnet das Tor zum Unterbewusstsein. Man sagt, der Trommelschlag erinnere uns an den allerersten Klang, den wir je gehört haben – den Herzschlag der Mutter, als wir noch im Bauch waren.

Vielleicht ist es genau das, was mich so berührt hat. In diesen Klängen liegt keine Forderung, nur pure, urige Kraft. Es fühlte sich an, als würde man nach einer langen Reise endlich die schwere Rüstung ablegen dürfen. Diese Musik ist eine Einladung, den Kopf auszuschalten und dem Herzen wieder das Führen zu überlassen.



Warum dieses Lied?


Das Lied ruft „Samgaldai Eej“ (Mutter Samgaldai). Sie ist im mongolischen (besonders im Darkhad-) Schamanismus eine der mächtigsten und ältesten Ahnengeister.


  • Die Ur-Mutter: Samgaldai wird oft als eine sehr alte, weise Großmutter oder Mutterfigur gesehen. Sie ist die Hüterin des Feuers und der Familie. Sie steht für bedingungslose Liebe, aber auch für strenge Fürsorge.


  • Warum es mich berührt: Wenn Schamanen dieses Lied singen ("Dudlaga"), dann rufen sie diese mütterliche Energie in den Raum. Dass ich darauf so stark reagiert habe, zeigt, dass meine Seele genau diese Geborgenheit und Mütterlichkeit gesucht oder gebraucht hat. Es ist ein akustisches „In-den-Arm-genommen-werden“ von einer Kraft, die älter ist als wir.


  • Der Rhythmus: Der Trommelschlag imitiert den Herzschlag der Erde (und den Herzschlag im Mutterleib). Das Gehirn schaltet dabei vom logischen Denken in das emotionale Fühlen um. Deshalb fließen oft Tränen, ohne dass man weiß, warum – es ist eine Reinigung.



Warum dieses Lied?

Das Lied ruft „Samgaldai Eej“ (Mutter Samgaldai). Sie ist im mongolischen (besonders im Darkhad-) Schamanismus eine der mächtigsten und ältesten Ahnengeister.


  • Die Ur-Mutter: Samgaldai wird oft als eine sehr alte, weise Großmutter oder Mutterfigur gesehen. Sie ist die Hüterin des Feuers und der Familie. Sie steht für bedingungslose Liebe, aber auch für strenge Fürsorge.


  • Warum es mich berührt: Wenn Schamanen dieses Lied singen ("Dudlaga"), dann rufen sie diese mütterliche Energie in den Raum. Dass ich darauf so stark reagiert habe, zeigt, dass meine Seele genau diese Geborgenheit und Mütterlichkeit gesucht oder gebraucht hat. Es ist ein akustisches „In-den-Arm-genommen-werden“ von einer Kraft, die älter ist als wir.


  • Der Rhythmus: Der Trommelschlag imitiert den Herzschlag der Erde (und den Herzschlag im Mutterleib). Das Gehirn schaltet dabei vom logischen Denken in das emotionale Fühlen um. Deshalb fließen oft Tränen, ohne dass man weiß, warum – es ist eine Reinigung.



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Kommt noch...

 
 
 

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